Miteinander reden - Miteinander lernen

Tagung

Albert Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben
Am Beispiel der artgerechten Tierhaltung und der ökologischen Landwirtschaft

Tagung im Hohenwart Forum in Pforzheim

Albert Schweitzer, der sich nicht nur als Theologe, sondern wenn nicht noch mehr als Philosoph verstand, machte der Philosophie seiner Zeit den Vorwurf, dass sie ihre Ethik auf das zwischenmenschliche Verhalten beschränkt habe. Nur eine Ethik, die das Verhalten des Menschen zu allen lebenden Wesen zum Inhalt habe, sei in der Lage, die Kultur tiefgreifend ethisch zu beeinflussen. Ausgangspunkt seiner Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben ist die grundlegende Einsicht: „Ich bin Leben, das leben will, in

mitten von Leben, das leben will.“ Daraus folgt für die Ethik: „Die wahre Ethik hat Welt-Weite. Alles Ethische geht auf ein einziges Grundprinzip des Ethischen, das der höchsten Erhaltung und Förderung von Leben, zurück. […] Ihrem Gebiete und ihren Forderungen nach ist die Ethik grenzenlos. Sie hat es mit allen Wesen, die in unseren Bereich treten, zu tun.“

Die Aktualität des ethischen Ansatzes von Schweitzer liegt auf der Hand. Da damit aber keine Patentrezepte für die jeweiligen konkreten ethischen Probleme verbunden sind, sind wir herausgefordert, die Problemlagen in unserer Zeit und Welt zu analysieren und im Geist der Ehrfurcht vor dem Leben Lösungsmöglichkeiten zu suchen und kritisch gegeneinander abzuwägen, um daraufhin uns selbst in die Verantwortung rufen zu lassen.

Die Tagung wird sich auf die Landwirtschaft und die Tierhaltung konzentrieren – zwei elementare Lebensbereiche, wo gegenüber der bisherigen Praxis ein Umdenken und Umsteuern notwendig ist. Um hier zu überzeugenden und tragfähigen Lösungen zu gelangen, ist eine differenzierte Bestandsaufnahme erforderlich. Darum wollen wir uns intensiv bemühen und miteinander darüber nachdenken, was wir selbst für eine ökologische Landwirtschaft und für eine artgerechte Tierhaltung tun können.

Referenten:

Alternativen zur Massentierhaltung?
Bioethische Anforderungen und politisches Handeln (Prof. Dr. Eve-Marie Engels),

Die Beziehung von Mensch und Tier im Wandel der Geschichte
(Dr. Michael Großmann),

Wovon, womit und wofür leben wir?
Landwirtschaft und Ernährung im Spiegel von Albert Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben
(Dr. Gottfried Schüz),

Die Grenzen des Wachstums und die Maßlosigkeit des Menschen.
Ein unlösbares Dilemma?
(Prof. Dr. Hans-Georg Wittig),

Ehrfurcht vor den Tieren?
Neuere Entwürfe der Tierethik
im Licht von Albert Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben
(Prof. Dr. Werner Zager),

Hommage an Ludwig van Beethoven zum 250. Geburtstag
(Dr. habil. Wolfgang Pfüller)

Zeit: Freitag, 11. bis Sonntag, 13. September 2020

Ort: Hohenwart Forum in Pforzheim

Gebühren:
Einzelzimmer mit Vollpension: 250,00 € incl. Tagungsgebühr,
Doppelzimmer mit Vollpension: 220,00 € incl. Tagungsgebühr,
Ohne Unterkunft: 190,00 € Tagungsgebühr

Veranstalter: Bund für Freies Christentum in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Baden, dem Deutschen Hilfsverein für das Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene e.V., der Stiftung Deutsches Albert-Schweitzer-Zentrum und der Evang. Erwachsenenbildung Worms-Wonnegau

Nähere Informationen und Anmeldung: Evang. Erwachsenenbildung Worms-Wonnegau, Römerstraße 76, 67547 Worms, Tel. 06241-87970

Das ausführliche Programm der Tagung können Sie hier downloaden.